Am 25. November wird weltweit der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen begangen. Den internationalen Aktionstag hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen im Dezember 1999 beschlossen. Daraufhin hat die Weltorganisation alle Regierungen, internationalen und Nichtregierungsorganisationen aufgefordert, Maßnahmen zu ergreifen, um die Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren.
In Bulgarien wird der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen im Laufe von 12 Tagen mit einer Reihe von Initiativen begangen, die vom Team des Bulgarischen Frauenfonds organisiert werden. Die erste Veranstaltung findet heute, am 25. November, um 18:30 Uhr statt. Es handelt sich dabei um die Online-Premiere des einzigartigen Albums „Ewige bulgarische Hits“. Darin sind die Titel einiger der beliebtesten bulgarischen Pop- und Rocksongs enthalten. Tatsächlich sind die Titel aber irreführend, denn das Album enthält keine Musik.„Die elf „Hits“ klingen so, wie sie Millionen bulgarischer Frauen zu hören bekommen und wie sie noch nie im Radio erklungen sind. Es handelt sich dabei um Monologe von Gewalttätern an die betroffenen Frauen. Sie werden von Schauspielern gesprochen, doch die Worte sind authentisch. Sie sind Ausdruck von Demütigung und Spott Frauen gegenüber und zeigen, wie Liebe manchmal in Aggression ausarten kann. Die Texte geben buchstäblich Fälle verschiedener Arten von Gewalt wider. Darin kann leider jeder möglicherweise eigene Verwandte und Bekannte erkennen“, erklärte ein Vertreter des Bulgarischen Frauenfonds. Die Aufnahmen werden auch auf der Facebook-Seite der Organisation veröffentlicht und später wird auch eine Schallplatte herausgebracht.
Die Mission dieses Projekts besteht darin, an die düsteren Statistiken zu erinnern: Alle zwei Wochen wird eine Frau umgebracht, während sie solche oder ähnliche Worte zu hören bekommt. Jedes Jahr sind mehr als 1 Millionen bulgarische Frauen jeden Alters Gewalt ausgesetzt. Jedes Jahr werden Dutzende bulgarischer Frauen von ihren derzeitigen oder ehemaligen Ehemännern oder Partnern und von einer Pandemie namens Gewalt gegen Frauen getötet.
Der bulgarische Frauenfonds möchte die Öffentlichkeit auch auf eine andere besorgniserregende Tatsache aufmerksam machen: Fälle von Gewalt gegen Frauen werden oft heruntergespielt, verschwiegen und sogar toleriert. Worum geht es: um Mentalität, Erziehung oder schlichtweg um Mangel an Empathie? Was auch immer der Grund dafür sein mag, er könnte vermutlich überwunden werden, wenn alle den Willen dazu haben und aktiv etwas tun.
Übersetzung: Rossiza Radulowa
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