„Es bahn sich eine Epidemie ungeahnten Ausmaßes in der Menschheitsgeschichte an!“ Mit diesen Worten eröffnete der Leiter des Nationalen Krisenstabs zur Coronavirus-Prävention und Bekämpfung General Wentzislaw Mutaftschijski die Sonderpressekonferenz am Samstagabend. Seinen Worten nach würden die bisherigen Maßnahmen nicht die erwarteten Ergebnisse zeitigen. Daher werde er der Regierung schärfere Maßnahmen vorschlagen, damit die Ausbreitung des Coronavirus in Bulgarien gestoppt werden könne.
So sollen alle Objekte mit Ausnahme der Lebensmittelgeschäfte, Apotheken, Tankstellen, Banken und Versicherungen geschlossen werden.
„Bitte fragen sie mich nicht nach Friseursalons und Fitnessstudios, weil das bedeuten würde, dass sie nicht verstanden haben, womit wir es zu tun haben“, sagte der Leiter des Nationalen Krisenstabs und brachte seine Enttäuschung zum Ausdruck ,dass „an zentralen Orten Sofias das Leben ungestört weitergeht, ohne jegliche Verlegenheit“.
General Mutaftschijski appellierte: „Wir müssen uns gegenüber, gegenüber unseren Nächsten, unseren Eltern, unseren Freunden und unseren Kollegen ausgesprochen verantwortlich zeigen! Uns steht eine Zeit der Prüfungen bevor, die nicht nur wirtschaftlicher Natur sind. Wir werden nahestehende Menschen verlieren. Wir dürfen sie mit unserer Verantwortungslosigkeit nicht enttäuschen!“
General Mutaftschijski zeigte sich besorgt, weil nur an einem Tag die Zahl der Infizierten in Bulgarien um 30 Prozent angestiegen ist. „Ganz Europa führt außerordentliche Maßnahmen ein. Es geht um das physische Überleben Europas und der Welt!“, warnte der Leiter des Nationalen Krisenstabs.
Am Samstag Nachmittag hatte der bulgarische Ministerpräsident Bojko Borissow gewarnt, dass etwaige Verletzungen der Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Seuche von den Behörden nicht toleriert werden. Er führte aus, dass einige Vergnügungslokale und gastronomische Einrichtungen versuchen, die Verbote zu umgehen, indem sie angeben, dass es sich um private Partys handle. Es handle sich aber eindeutig um eine Verletzung der verordneten Maßnahmen, die im Zuge des Notstands getroffen wurden.
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