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Das Haus von Generalmajor Dimiter Perniklijski – ein Architekturdenkmal in guten Händen

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Foto: Danail Stoimirow

Die Erhaltung des kulturellen Erbes ist in Bulgarien ein breit diskutiertes Thema. Allein in Sofia gibt es 800 Gebäude, die Kulturdenkmäler sind. Der Status, der diesen Gebäuden vom Nationalen Institut für das unbewegliche Kulturerbe erteilt wurde, bereitet ihren Besitzern zahlreiche Probleme bei der Restaurierung und  Konservierung. Um sie zu unterstützen, hat die Sofioter Stadtgemeinde ein spezielles Programm entwickelt, denn es ist wichtig, diese Häuser, die einen speziellen Wert für die Geschichte der Stadt haben, zu erhalten.

„Die Idee des Programms der Gemeinde ist, bei der Ausarbeitung der Projekte für eine vollständige oder teilweise Sanierung zu helfen. Auf diese Weise wird es den Besitzern leichter fallen, eine Finanzierung zu bekommen“, erklärt der stellvertretende Bürgermeister für Kultur und Bildung Todor Tschobanow.

Trotz der diversen Schwierigkeiten, die die Besitzer solcher Gebäude überwinden müssen, gibt es auch gute Beispiele für vor dem Verfall gerettete Architekturdenkmäler. Auf der Sofioter Iwan-Wasow-Straße stehen bemerkenswerte Häuser, die emblematisch für die verschiedenen Architekturstile sind. Darunter sind das so genannte Bankiersgebäude, das 1912 gebaut wurde und das im 20. Jh. in Sofia höchste Gebäude, das Haus des Unternehmers Hristo Gendowitsch, beide ein Werk des bulgarischen Architekten Nikola Lasarow. Lasarow, ein Architekt von Rang, hat den Militärklub entworfen. Nach seinem Plan wurde der Zarenpalast erweitert und zahlreiche weitere Häuser in Sofia errichtet.

Interessant sind die Geschichten der Häuser in der Iwan-Wasow-Straße in Sofia. Eines davon gehörte einst dem Generalmajor Dimiter Perniklijski. Es wurde während des 2. Weltkriegs von Bomben beschädigt und 2015 gänzlich abgerissen.

Das Haus von Generalmajor Dimiter Perniklijski vor ihrem Abriss 2015

Doch anders als zahlreiche andere wurde es nach dem ausdrücklichen Wunsch des neuen Besitzer des Grundstücks, Ratscho Ribarow, Ehrenkonsul von Litauen, originalgetreu wieder aufgebaut. Besonderes Augenmerk wurde der Wiederherstellung der Fassade des Hauses zur Straße hin gewidmet. Charakteristisch für sie ist die reiche Verzierung, die einer Holzschnitzerei gleicht. Architekten bestimmen den Baustil des Hauses als eine bulgarische Sichtweise auf den Stil art nouveau.

Nicht weniger interessant ist das Leben ersten Besitzers dieses Hauses - Dimiter Perniklijski, der in Samokow geboren wurde. Dr. Stojan Nikolow vom Nationalen Militärmuseum holt geschichtlich etwas aus, um dran zu erinnern, dass nach der Befreiung Bulgariens nach dem Russisch-türkischen Krieges der wiederhergestellte bulgarische Staat einen dringenden Bedarf an Offizieren hatte.

„Junge aufgeweckte Bulgaren wurden ins Russische Reich geschickt, um dort ausgebildet zu werden. Einer von ihnen war Dimiter Perniklijski, der in die Kavallerieschule in Elisawetgrad, dem heutigen Kirowgrad in der Ukraine, entsandt wurde. 1881 haben 31 bulgarische Offiziere erfolgreich ihre Ausbildung absolviert und sind ins Fürstentum Bulgarien zurückgekehrt“, erzählt Stojan Nikolow.

Die Kariere von Dimiter Perniklijski begann als Jungoffizier im Ersten Sofioter Artillerieregiment. Im Serbisch-bulgarischen Krieg 1885 war er Kommandeur der VI. Batterie im Ersten Artillerieregiment, die sich an der Verteidigung von Sliwniza und der Einnahme von Pirot beteiligt hat.

Nach dem 1. Weltkrieg hat sich Generalmajor Dimiter Perniklijski der wissenschaftlichen Arbeit gewidmet und war zeitlebens einer der Autoren der spezialisierten Zeitschrift „ Artillerierundschau“ (Artilerijski pregled).

Übersetzung: Georgetta Janewa

Fotos: DanailStoimirow, lifebites.bg und museumsamokov.blogspot.com



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