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Mangel an medizinischem Personal in Bulgarien wird immer spürbarer

Vertreter der Vereinigung der bulgarischen Landärzte bestehen auf die Einführung des Berufs Arzthelfer in Bulgarien.
Foto: BGNES
In Bulgarien wird der Mangel an Landärzte und Krankenschwester immer spürbarer. Die Medizinstudenten wählen diese Fächer immer seltener und diejenige, die das bereits gelernt haben, gehen meistens ins Ausland, weil sie dort viel besser bezahlt werden. Der Beruf des Arzthelfers in der Form, in der er in Europa bekannt ist, soll nach Meinung der Vereinigung der bulgarischen Landärzte baldmöglichst auch bei uns eingeführt werden, damit auch diese Lücke gefüllt wird.

Seit dem Jahr 2000 werden keine Landärzte in Bulgarien mehr ausgebildet, berichtet der Vorsitzende der Vereinigung Alexander Alexandrow. Das Durchschnittsalter der momentan in unserem Land tätigen Landärzte liegt bei über 50 Jahre. Der Vorschlag über die Einführung des Berufs des Arzthelfers wurde bereits dem Gesundheitsministerium vorgelegt. „Diesen Beruf gibt es überall auf der Welt. Seine Einführung in Bulgarien wird das Problem des Landärztemangels zum Großteil lösen“, ist man in der Landärztevereinigung überzeugt. Momentan gibt es etwa 4.000 Landärzte bei uns, 1.500 von ihnen sind in den Nothilfezentren tätig. Besonders schwer ist die Lage in den kleineren Ortschaften, wo ein Landarzt über 1.000 Menschen versorgen muss, die auf seine Hilfe auch in Notfällen angewiesen sind.

Wir sind der Meinung, dass die Landärzte besonders vom Staat gefördert sein müssen“, erklärt Alexander Alexandrow weiter. „Wir leisten medizinische und keine Gesundheitshilfe, wie es momentan im Gesetz steht. Wir leisten auch Prophylaxe bei chronischen Erkrankungen und betreuen die Kinder in den Schulen und den Kindergärten. Wir leisten auch medizinische Hilfe in Notfällen, was die Krankenschwestern nicht tun können.

Penka Wratschewa kommt aus Stara Zagora und ist Landärztin mit 28 Jahre Berufserfahrung. Momentan arbeitet sie in einer Schule und betreut 700 Kinder.
Ich denke, dass die Arzthelfer in den Schulen sehr wichtig sind“, sagt sie. „Wir leisten auch Prävention und werben für die gesunde Lebensweise. Die Schule ist der Ort, an dem man damit beginnen soll. Wir unterstützen dadurch die Entwicklung der Kinder. Wichtig ist auch, dass wir in der Lage sind, wenn es einen Notfall gibt, auch schnell zu reagieren und Hilfe zu leisten. Besonders wenn es um das Leben von Kindern geht, müssen wir sofort handeln und nicht erst auf den Notarzt warten. Unser Beruf ist sehr wichtig, wir tragen viel Verantwortung und wir brauchen die Annerkennung und die Unterstützung des Staates, denn es gibt immer weniger von uns.

Übersetzung: Milkana Dehler
По публикацията работи: Diana Hristakiewa


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